Julia und Lisa W.: Cardinal Newman College


Während unseres Englandaustauschs besuchten wir für zwei Schultage das „Cardinal Newman College“, welches sich sehr von der Merianschule unterscheidet: Das College ist um einiges größer als die Merianschule. Es gibt acht große Gebäude, die jeweils nach ihren Bereichen, wie zum Beispiel Gesundheitswesen, aufgeteilt sind. Da sich im College tagtäglich tausende von Schülern und Lehrern bewegen, gewinnt Sicherheit dort an Bedeutung. Jeder Schüler muss durchgehend seinen Schülerausweis um den Hals tragen und benötigt ihn auch als eine Art Schlüssel um in die Gebäude zu gelangen. Zusätzlich gibt es an bestimmten Eingängen Security, welche kontrolliert wer ein und aus geht.
Die Lehrer waren zu uns allen freundlich und nett. Zu Beginn waren wir alle etwas verwirrt als sich die Deutschlehrerin mit ihrem Vornamen Sally vorstellte. Den Lehrer mit Vornamen anzusprechen wäre in deutschen Schulen ja ein absolutes Tabu, aber in Preston ist das der normale Umgang zwischen Schüler und Lehrer.
Während wir es gewohnt sind in der Mittagspause in die Stadt zum Bäcker, Döner etc. zu laufen, ist das am Newman College für die Massen an hungrigen Schülern anders geregelt: Jedes Gebäude hat mindestens eine Cafeteria, in der man Frühstück, Mittagessen, Snacks etc. bekommen kann. Dazu gab es noch etliche Aufenthaltsräume und Sitzecken. Allgemein kann man sagen, dass das New College sehr gut und modern ausgerüstet ist.
Schlussendlich lässt sich sagen, dass die zwei Schultage an so einer „Riesenschule“ eine sehr interessante Erfahrung waren und einen dazu bringen, genauer über unser deutsches Schulsystem nachzudenken. Doch eine Sache haben alle Schulen der Welt gemeinsam: den Unterricht.
Die Schüler, welche ihre A-Levels auf dem College machen, haben nur drei bis vier Kurse. Der Unterricht fängt erst um 9 Uhr an, geht aber bis in den späten Nachmittag, mit häufigen Freistunden zwischendurch. Auf dem College spezialisiert sich jeder Schüler auf nur drei Fächer, welche man dann jeweils 4,5 Stunden in der Woche hat. Man kann alles wählen, von Deutsch bis Theaterwissenschaften. Die meisten Schüler wählen jedoch die Fächer Englisch, Geschichte und Mathe, da man mit der Wahl der Fächer festlegt, was man später studieren kann.
Genauso wie die Schule ist auch der Unterricht sehr modern gestaltet. Jeder Lehrer verwendet für seinen Unterricht PowerPoint-Präsentationen mit Grafiken, Bildern, Statistiken und kurzen Texten. Dadurch ist der Unterricht sehr lehrerzentriert gestaltet und die Schüler müssen sich nur wenig selber erarbeiten. Da es meist nur 20 Schüler oder weniger pro Kurs gibt, kommt jeder Schüler mehrmals pro Stunde dran und die Lehrer erkennen dadurch auch besser, ob jemand den Stoff vielleicht nicht verstanden hat oder ob noch Fragen offen sind.
Interessant war der Religionsunterricht, bei welchem die Schüler nicht nach der Religion getrennt sind, sondern alle Religionen gemeinsam Religionsunterricht haben. Dementsprechend ist der Unterricht auch mehr in Richtung Ethik gemacht, allerdings mit Zitaten aus der Bibel, welche bei Diskussionen helfen sollen. Es ging im Religionsunterricht mehr darum, seine eigene Meinung sagen zu können und auch andere davon zu überzeugen. So entstanden spannende Diskussionen über wichtige aktuelle Themen. In der Stunde Politik ging es dann stark in das Theoretische. Allerdings gab es auch hier einen roten Faden durch den Unterrichtsstoff, sodass man immer wusste, wo man sich gerade genau befand, und selbst die deutschen Schüler im Unterricht mitkamen und vieles verstanden. Das schwierigste Fach war eindeutig Wirtschaft. Allerdings hat man auch hier gut verstanden worum es geht, da die Lehrerin viele Grafiken verwendete und es mehrmals erklärte, inklusive Zusammenfassung für jeden Schüler. Dadurch konnten es sich die Schüler alle sehr gut merken.